Freitag, 9. Januar 2015

Je suis Charlie

Nein, natürlich nicht (bin ich Charlie). (Und ich erscheine auch nicht zweiwöchentlich.) Und es juckt natürlich in den Fingern, jetzt was Blasphemisches zu schreiben, um so richtig die selbstgerechte Moralsau rauszulassen.

Aber es geht ja gar nicht um Religion. Natürlich könnte man wieder auf die Idee kommen, von den Muslimen zu verlangen, dass sie verhindern sollen, dass überhaupt jemand von ihnen radikal wird.

Aber es ist kein Problem der Minderheit. Es ist ein Problem der Mehrheit.
Es geht nicht um Religion. Es geht um Wirtschaft.

Diese beiden Jungs hätten doch nie eine Waffe in die Hand genommen, wenn sie eine ökonomische Zukunft in ihrem Land gesehen hätten.

Die hatten sie aber definitiv nicht. Mit dem falschen Nachnamen und der falschen Postleitzahl geboren, hatten sie von Anfang an keine Chance in der Gesellschaft. Sie waren umgeben von Bildern von Luxusgütern, Möglichkeiten, Sexualpartnerinnen, zu denen sie nie einen Zugang haben würden.

Das glaubten sie an irgendwem auslassen müssen. In dem Fall an denen, die (ihrer Meinung nach) ihren letzten Grund für Stolz in den Dreck zogen. Es hätte aber auch irgendwer anders sein können.

Es wird immer Gewaltbereite geben – von 30 Jahren sind sie zur RAF gegangen, heute gehen sie zur IS. Das ist der einzige Unterschied.

Daraus folgt klar zweierlei:
  1. Wir müssen wieder allen jungen Leuten eine Zukunft geben!
  2. Wir müssen weiterhin alles und jeden gnadenlos in den Dreck ziehen!

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