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Dienstag, 4. November 2014

Es gibt 2 Sorten von Deutschen auf der Welt

  • Die einen laufen in ihrer Kindheit an Halloween um die Häuser.
  • Die anderen haben das nicht gemacht.

Und in 10 Jahren werden Menschen auf einer Party zusammenstehen und daran, ob sie zu Halloween um die Häuser gegangen sind, ausmachen, wie alt sie sind.

Und dass wird einer der wenigen Fälle sein, wo die älteren ihre Nostalgie nur schwer werden rechtfertigen können.

»Früher war noch alles besser! Da durften wir noch nicht im Dunkeln verkleidet um die Häuser ziehen und habe dafür Bonbons gekriegt!«

Na, sie werden das schon schaffen, die Alten. Sie haben es noch immer geschafft.

Mittwoch, 23. Mai 2012

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen finden es ganz harmlos und normal, sich auf den Schießstand zu stellen und auf Scheiben zu ballern. Die anderen finden das eher krank und abartig. Vielleicht muss man es mal selbst getan haben, sicher aber sind die Kontroversen, die bei Diskussionen nach öffentlichem Schusswaffengebrauch von Privatleuten auftauchen, sehr kontrovers.

Daneben gibt es aber noch zwei andere Sorten von Menschen auf der Welt:

Die einen finden es harmlos und normal, sich ganze Nächte vor den Rechner zu setzen und auf Bilder von Menschen zu ballern. Die anderen finden das eher krank und abartig.
Vielleicht muss man es mal selbst getan haben, sicher aber sind die Kontroversen, die bei Diskussionen nach öffentlichem Schusswaffengebrauch von Egoshooterspielern auftauchen, sehr kontrovers.

Bislang hielt die Tante immer die Sportschützen für doof, und verstand die Egoshooterspieler irgendwie.

Bis ihr mal aufging, warum.

Eine Pistole. Die meisten Leute finden Bilder gut,
darum ist hier eins. Fördert nicht die Wahrheitsfindung.
Ich lehnte die Argumente der Sportschützen nicht deswegen ab, weil sie mich nicht überzeugten. Ich fand einfach die Schützen doof. Mir geht die ganze Vereinsmiefigkeit ab und ich versteh nicht, wie man Zeit damit verplempern kann, auf immer die gleiche Zielscheibe zu zielen. Die Gamer verstand ich - die sind mir sozial näher.

Aber immerhin ist es ja eine Zielscheibe. Wenn man mit dem Rechner Schießen spielt, schießt man auf sehr echt aussehende Menschen. Und man braucht ja für einen erfolgreichen Amoklauf beides: die realen Schusswaffen und das virtuelle Training vor dem Rechner.

Trotzdem ziehen kaum Schützen und nur sehr wenige Egoshooterspieler zum Amoklauf aus. Mit den Waffen schießen ja meist nur die egoshooterspielenden Söhne der rechtmäßigen Besitzer.

Was also tun? Zwei Vorschläge:

  1. Sportschützen, die Söhne im amoklauffähigen Alter haben, dürfen Waffen nicht zu Hause aufbewahren.
  2. Damit die intergeschlechtliche Gerechtigkeit gewahrt bleibt, dürfen Mütter, die Töchter haben, keinen Fernseher besitzen, auf dem Germany's Next Topmodel läuft.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen freuen sich auf Weihnachten, weil Weihnachten schön ist. Für sie ist der Advent die Zeit, die sie mit Warten verbringen. Das Warten verschönern sie sich mit Plätzchen backen, Kerzen anzünden, Lieder singen, Basteln, Adventskalender öffnen und so was.

Weihnachtsbastelei
Die anderen finden die Adventszeit anstrengend, weil sie da Geschenke besorgen müssen, Adventskalender füllen müssen, Nikolausstiefel füllen müssen, Plätzchen backen müssen, es gemütlich machen müssen. Bei ihnen ist es also genau umgekehrt: Für sie ist Weihnachten schön, weil dann endlich der Advent vorbei ist.

Dienstag, 15. März 2011

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen sind anscheinend fähig, in zumindest begrenztem Maße Fakten zu erkennen und bereit, sich nach denen zu richten, die anderen brauchen erst einen Atomunfall, um zu verstehen, dass der Unterschied zwischen praktisch ausgeschlossen und ausgeschlossen im Ernstfall zehntausende Tote sind. Huch! Das ist ja tatsächlich gefährlich!

Da macht sogar die Bundesmerklerin sich Gedanken, denn in Japan sind das ja nicht nur irgendwelche verantwortungslose Russen, sondern richtige Techniker, die sich auskennen. Immerhin waren die japanischen Kraftwerke ja auch dafür ausgelegt, dass sie standhalten, wenn Godzilla angreift.

Ich glaub das nicht. Ich glaub' denen das mit dem Ausstieg erst, wenn die Landtagswahlen vorbei sind. Wenn jetzt nichts Schlimmes passiert, trau ich denen immer noch zu, zurückzurudern.

Die Lösung lautet immer noch Energie sparen.

Donnerstag, 21. August 2008

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt ...

(Juhu! Endlich wieder!) (Eigentlich ist das ja meine Lieblingskategorie. Aber man kommt ja zu nix.)

Die einen sind Behalter. Die anderen sind Wegwerfer. Nie wird das deutlicher, wenn man zusammen wohnt und nicht genug Platz hat, oder umzieht. Der eine will all die schönen Erinnerungen aufheben, und diesen alten Schuhkarton, den ich damals nach meiner Zwischenprüfung in Altorientalistik aus dem Altpapiercontainer gefischt habe, könnte ja vielleicht ja doch noch jemand gebrauchen, vielleicht kann man den ja irgendeiner Einrichtung spenden ...

(Eigentlich kommt in diesem Satz zu oft "alt" vor, das lasse ich mir gewöhnlich nicht durchgehen. Weil es aber nicht nur zwei- sondern dreimal vorkommt, ist es vielleicht auch wieder gut. Ich glaub, ich warte, ob jemand einen Kommentar dazu hinterlässt, weil das eh nie jemand macht, wird es also schon okay sein).


Ja, und die anderen wollen Ballast abwerfen.

(Oh, und eigentlich Punkt vor der Klammer.)

(Sieht aber komisch aus).


Ballast abwerfen, weil sie eigentlich - tief in ihrem Inneren - ja doch Behalter sind und sich disziplinieren müssen, damit sie nicht untergehen in dem ganzen Quatsch, sondern eher so zenmäßig im Hier und Jetzt leben und ihr Herz nicht an Dinge hängen. Klappt auch ganz gut.

Deswegen werfen wir auch die alten CD-Ständer weg, weil CD-Ständer sich eigentlich überholt haben und der Flohmarktartikel schlechthin sind. Nur dass keiner die braucht.

Dienstag, 5. Februar 2008

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt


Die einen finden Karneval super. Die anderen sind für Fasching. Wieder andere finden alles doof.
Am Karneval scheiden sich nicht nur die Geister, sondern auch die Kulturen. Während der Brasilianer an sich die Gelegenheit nutzt, sich mit winzigsten Tangas noch fastnackter (daher der Ausdruck) zu bekleiden als ohnehin schon, versteht der Schweizer unter ausgelassener Fröhlichkeit, auf alle Konventionen zu pfeifen und mit unmelodischem Pfeifen und Trommeln durch die Baseler Innenstadt zu ziehen. Die richtige Freude kommt dadurch auf, dass damit schon um 03 Uhr nachts angefangen wird, als ob der Schweizer/die Schweizerin nichts mehr wünschte, als endlich mal so richtig früh aufzustehen.
Die Deutschen hingegen verstehen unter ausgelassener Fröhlichkeit, wenn alle sich eine Uniform anziehen und sich möglichst zackig mit gereckten Armen begrüßen.
Nun zum Saarländer. Das einzige bekannte saarländische Fasnachtslied geht in der verbreitetsten Variante so:

S'is Fasenacht, s'is Fasenacht, die Kischelscher werre geback!
Eraus demit, eraus demit, mir stecke se in de Sack!
Unn wann mei Mudder kä Kischelscher macht, dann peif isch uff die Fasenacht!
S'is Fasenacht, s'is Fasenacht, die Kischelscher werre geback!

Das geschulte Auge und sein Ohr erkennen die Komposition anhand der Sonatenhauptsatzform (A A B A): Der erste Teil wird wiederholt, ein zweiter Teil kommt an dritter Stelle, bevor der erste Teil erneut leicht abgewandelt wiederholt wird. Die Stilform der Wiederholung wird ebenfalls auf textlicher wie auf melodischer Ebene durchgeführt, das Motiv des B-Teils erklingt in dessen zweiten Teil nur um eine Sekunde nach oben versetzt. Kurz: es recht schlicht.

Interessant ist im Lichte der obigen Überlegungen jedoch folgender Gedanke: Wenn es nix Gutes zu Essen gibt, dann lässt der Saarländer getrost den Dom in Köln, denn dann ist ihm auch Fasching komplett schnurz.

Ceterum censeo hauptsache gudd gess.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Also, das war so: Ich musste noch mal ins Büro, weil ich die Schlüssel vergessen hatte, und deswegen bin ich gerannt. Und da renn ich so parallel zur Straße, und da werd ich von hinten angeklingelt von so alten rüstigen Rennradfahrern in Hodenhosen, dass ich "immer gugge" soll. Da ruf ich zurück, ich hätte geguggt, und die "aber wohin". Und dann erwider ich was, aber da fahren die weiter.

Das regt mich wirklich auf: Anpöbeln, bevor man was gemacht hat, aber dann nicht zuhören wollen. So was ähnliches ist mir schon mal auf einem Schulausflug in (bzw. eben neben) einer Schlange in einem Vergnügungspark passiert, und ich bin immer noch sauer deswegen.

Denn: es gibt ja zwei Sorten von Menschen auf der Welt: Die einen wissen schon immer alles besser. Die anderen sind nett.

Der einzige Trost ist, dass diese einen immer so sind, immer alles vorher wissen und nie zuhören, und deswegen auch nur genauso hässliche Freunde haben, die ihnen genauso die Welt erklären, nicht zuhören, wenn sie in ihren bescheuerten ...

"Die haben sich bestimmt auch nur erschreckt", meint zaghaft die Tante Frieda.

... äh, grummel, hmpf. Mist. Ich hatte mich grade so schön reingesteigert.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Saure Gurken

War viel los in letzter Zeit. Nicht zuletzt hat mein Bruder geheiratet, was mich so in Stress versetzt hat, dass ich richtig gestresst war. Aber das ist ja jetzt vorbei, er hat mir ganz fest versprochen, es auch nie wieder zu tun. Mal sehen. Er ist gewöhnlich äußerst verlässlich, deswegen kann man sich ganz gut auf ihn verlassen. Darum denke ich, er wird das auch so durchziehen, was meinen Vorlieben entgegen kommt.

Und so habe ich einiges nachzutragen, worüber ich in der letzten Zeit nicht schrieb. Dass ich überhaupt was nachtrage, hängt damit zusammen, dass jemand frug, ob ich denn aufgehört habe. Und wenn man so lieb gebeten wird ...

Obwohl, gebeten hat er gar nicht, fällt mir grade auf. Er hat nur gefragt, und ich hab dass dann so gedeutet, dass er gerne liest, was ich schreibe. Aber vielleicht wollte er auch einfach nur höflich sein. Denn:

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen finden mit dir ein gemeinsames Gesprächsthema, und die anderen nicht. Die einen sind nett. Die anderen sind zumindest höflich. Sie fragen dann nach, was die Familie so macht, ob man dieses Jahr in Urlaub fährt, und ob man immer noch bloggt (oder malt, Computer spielt, sexsüchtig ist). Und eh man sichs versieht, kriegt man liebe Grüße an die Kinder ausgerichtet. Und wenn man die Leute dreimal im Jahr trifft, fragen sie dreimal nach der Familie, woraus manche Menschen schließen, dass die anderen sich sehr für ihre Familie interessieren und gute Freunde sind.

Dieser Irrtum ist hiermit aufgeklärt.

Und ich schreib trotzdem weiter.

Mittwoch, 13. Juni 2007

Welcome to the precariat ...

Es gibt ja 2 Sorten Menschen auf der Welt, nämlich die mit unbefristetem Arbeitsvertrag, und die ohne. Seit letzter Woche gehöre ich ja zu denen mit. Und ich muss sagen, es ist zwar erleichternd. Es ist aber auch erschreckend wenig Geld. Nämlich ungefähr 65 € mehr, als wir vorher mit all den Förderungen (Kindergeld, Erziehungsgeld, Wohngeld, Kinderbetreuungszuschuss, Eltern, Caritas und Arbeitsamt) hatten.

Und nun fangen die Überlegungen an: denn ein Kirchenaustritt würde den Betrag noch mal um unglaubliche 80 € erhöhen. Da macht sich ein junger Mensch Gedanken. Denn andererseits würde ein Kirchenaustritt auch die Aussichten auf einen Kindergartenplatz für das Kind unglaulich verringern.

Fängt da schon das Arrangieren mit dem Schweinesystem an? Verleugnet die Tante jetzt alles, woran sie glaubt? Bzw. eben nicht glaubt, das aber ganz, ganz fest.

Aber soo schlimm ist die Katholische Kirche™ ja auch nicht. Das bißchen Jungfrauengeburtist doch nicht der Rede wert. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Jungfrauengeburt einzuwenden hätte - vielleicht wäre das die Lösung für unser Bevölkerungsproblem. Aber so ganz überzeugt bin ich eben doch nicht davon. Das tut doch bestimmt weh!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen sind deutscher Meister, die anderen nicht. Gut, das ist noch keine wahnsinnige Erkenntnis. Aber es gibt noch mehr Sorten: Die einen freuen sich darüber, und die anderen nicht.
Letzte Woche war ich noch kurz davor, mich zu ärgern, dass ausgerechnet die Schwaben Meister werden, und nicht Schalke oder Bremen. Ich hab schon geschworen, nie wieder Bundesliga zu sehen.

Aber dann habe ich ein bißchen Zeitung gelesen und mir die richtigen Argumente zusammengesucht - und schon bin ich rundum zufrieden mit dieser Schwabenmeisterschaft.
Irgendwie prinzipienlos, ich weiß. Aber es entspannt ungemein.

Funktioniert nicht so gut mit italienischen Siegen. Auch da gibt es ja Menschen, die sagen, sie könnten es ertragen, Italiener noch mal siegen zu sehen. Ich bin da aber entspannter. Schließlich ist ja alles Windhauch und nur ein Spiel. Scheiße nochmal.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen sind Nachtmenschen, die anderen sind Tagmenschen. Die einen klagen oft, dass sie diskrimiert werden und als faul und langsam diffamiert werden, wobei doch einzig und allein ihr Biorhythmus Schuld an der Sache ist. Eine Runde Bedauern.
Worüber aber niemand redet ist, wie die anderen diffamiert werden. Die sind nämlich langweilige Spaßbremsen, die viel zu früh nach Hause gehen, nicht noch ein Bier mittrinken und nicht bis sechs Uhr auf jeder Party rumsitzen, weil sie darauf hoffen, dass noch irgendwas passiert. Sie wollen einfach nur ins Bett. Wie lahm.
Jahrelang habe ich mich immer gefragt, was die Leute an Partys denn so toll finden und was das alles "soll" - die Leute könnten doch auch nett sich nachmittags zum Kaffee treffen und dann abends zeitig ins Bett gehen. Ich habe einfach nicht verstanden, warum die Leute lange aufbleiben und ausgelassen feiern. (Nebenbei ist "feiern" intransitiv geworden und hat sein Akkusativobjekt eingebüßt, ist das schon mal wem aufgefallen? "Feiern" braucht heute keinen Gegenstand oder Anlass, man "feiert" einfach - vielleicht auch nur sich selbst.) (Wer Lust hat, kann sich selber daraus kostengünstig zu Hause eine geschmackvolle Kulturkritik für die FAZ basteln.)
Ich habe den Sinn des abends ausgehen und "Party machen" einfach nicht verstanden. Heute weiß ich: die Leute haben einen anderen Biorhythmus.

Montag, 2. April 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt

Die einen frühstücken. Die anderen nicht. Nix. Kriegen keinen Bissen runter. Trinken nur eine Tasse Kaffee und sterben dann im Alter von 55 Jahren an einem Magengeschwür.

Früher hab ich das ja nicht verstehen können. Ich musste morgens was essen, und aß auch immer viel. Aber seit kurzer Zeit entwickele ich mich zum Nichtfrühstücker. Wie das Kind, nebenbei. Na gut, das Kind trinkt auch einen halben Liter Milch am Morgen, danach könnte ich auch nichts mehr essen, auch wenn da nicht ein Zwanzigstel meines Körpergewichts wäre.

Und die Lehre? Alles ändert sich. Plötzlich, auch wenn man es sich nie vorstellen konnte, steht man auf der anderen Seite und fragt sich, wie man da hin gekommen ist.

Wie zum Beispiel die verfeindeten Parteien in Nordirland. So schließt sich der Kreis.

Freitag, 23. März 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt ...

Die einen leben so vor sich hin und essen, was ihnen Spaß macht. Die anderen haben gerade eine Magen-Darm-Krankheit und überlegen sich schon beim Gedanken an Zwieback, ob sie mal wieder vorbei schauen wollen, ob sich in der Toilettenschüssel irgendetwas Spannendes ereignet hat in den letzten fünf Minuten. Das sind übrigens die einzigen Augenblicken in denen man froh sein könnte, dass die Toilette nicht ganz so sauber ist, wie man es eigentlich gedacht hätte: das Brechen geht dann doch etwas leichter von der Hand.

Die Tante gehörte diese Woche mal wieder zu den anderen. Und allen, die gerade zu den einen gehören, sei gesagt: Denkt daran, wie glücklich Ihr seid! Memento Magen-Darm-Verstimmung!

Zu oft geht man durch den Tag und vergisst viel zu schnell, wie schön es sein kann, einfach mal irgendetwas zu essen. Denn erst, wenn man von der Apotheke wiederkommt, mit Herzrasen und -beklemmung schweißgebadet hinter der Wohnungstür auf den Boden fällt und mit zitternden Händen die Medikamentenpackung aufknibbelt und hofft, dass der Inhalt wirkt und nicht weh tut und lange, lange darauf wartet, bis man ins Bett krabbeln kann, erst dann kann man mit Fug und Recht behaupten: Magen-Darm-Verstimmung macht keinen Spaß. Nein, nein. Ist jetzt aber schon wieder besser.

Dienstag, 20. Februar 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt ...

Die einen finden Karneval total super, die anderen finden es nur ätzend. Vermutlich bin ich für die einen zu vergeistigt - als ich einmal eine theoretische Abhandlung über den Karneval las, fand ich das richtig spannend und nahm mir vor, da auch mal mitzumachen: wie da das unterste zuoberst gekehrt wird, Hierarchien umgestülpt werden, die Gesellschaft durchdrungen wird und Gemeinschaft entsteht. Schon toll, doch doch.

Aber wenn man sich die tatsächliche Fastnachterei mal ansieht muss man leider feststellen, dass es in Wirklichkeit einfach nur langweilig ist. Mit den ganzen Uniformen, die ja einstmals das preußische Militär parodierten, ist der Karneval vermutlich das spießigste Element der deutschen Kultur und wird selbst von der Bundeswehr in den Disziplinen Lockerheit und Ausgeflipptheit noch geschlagen. Könnte ja sehr lustig sein, kollektiver Ausnahmezustand im ganzen Volk.

Leider muss man dann Leuten dabei zu sehen, wie es sich die am wenigsten lustigsten Stellen aus den Witzebüchern, die sie zur Kommunion geschenkt bekommen haben, nacherzählt. Danach kommt Marschmusik.

Nein, nein. Wir lachen nur, wenn's wirklich lustig ist, und wir brauchen eigentlich auch keinen offiziellen Terminplan, der uns sagt, wann wir lachen dürfen.

In diesem Sinne, getreu dem Motto unserer Lieblingsband "Frogbog", die sich ihre gerade mit einem Auftritt im fernen Köln beginnende überregionale Karriere versaute: "Kölle Helau!"

Montag, 19. Februar 2007

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt ...

Die einen kennen jemanden, der gestern im Tatort mitgespielt hat. Die anderen nicht. Die Tante gehört zu den einen weil sie Herrn Berber kennt, der gestern äußerst rabaukig den Komissar bedrohte. Auch wenn der keine Textrolle hatte hoffe ich, dass ihr alle gehörig beeindruckt seid.

Mittwoch, 8. November 2006

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt (8)

Die einen haben einen Ehering am Finger. Die anderen nicht.
Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass die anderen nicht verheiratet sind - vielleicht haben sie auch nur die Handschuhe ausgezogen, sich dabei den Ring vom Finger gestreift und nicht wiedergefunden. Er nimmt es gelassen und als kostenlose Einführung in den Buddhismus, Lektion: "Gelassenheit und Abstand von den Dingen. Leben heißt Abschied nehmen. Sein Herz nicht an Dinge hängen."
Naja. Zur Frustbewältigung hat er sich gleich am nächsten Tag einen Rasierapparat gekauft. Und zwar nicht den für 69,- €, sondern den für 199,- €. Und was soll ich sagen - er ist total begeistert. Rennt den ganzen Tag durchs haus und will sich wieder rasieren, weil es auch nicht weh tut, wenn der Bart drei Tage alt ist.
Sein Dilemma ist natürlich, dass er dann 3 Tage warten muss, um sich zu rasieren. Aber dann sei es richtig gut.
"Es wird doch alles besser! Es wird doch alles besser!"
Vor lauter Begeisterung will er jetzt F.D.P. wählen!

Mittwoch, 18. Oktober 2006

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt (7)

Heute: die Sorgenden vs. die Sich-Suhlenden

Die einen fragen Sie, wie es Ihnen so geht, weil es sie interessiert. Genauer: weil sie Anteil nehmen am Befinden ihrer Freunde und Bekannten. Geht es ihrem Gegenüber gut, so freuen sie sich mit ihm/ihr, geht es ihm/ihr schlecht, so fühlen sie mit und versuchen, durch offene Ohren und ggf. gute Ratschläge das Leid zu mildern (heißt es eigentlich mildern oder mindern?). Entsprechendes setzen die einen auch bei Ihnen voraus und werden Sie darum auch einfach daran teilhaben lassen, wie es ihnen geht.

Die anderen fragen Sie nach Ihrem Befinden, weil sie dadurch ihr eigenes verbessern wollen. Geht es Ihnen schlecht, so nutzen sie Ihre ehrlichen Antworten eigentlich nur dazu, Ihnen vorzuführen, wie wenig Sie auf die Reihe kriegen und wie kompetent sie selber doch dagegen alles managen. „Echt? Ja, das stell ich mir auch nicht schön vor. Ich hatte so was ja zum Glück noch nie.“ Ganz wie solche anglizismenlastigen Manager kennen sie auch keine Probleme, sondern nur Herausforderungen. Sie haben einen Termin verpasst? Was ein Glück! Denn dadurch hat sich ein ‚Zeitfenster’ geöffnet und ihnen ist was viel besseres über den Weg gelaufen. Sie fühlen sich scheiße? Keine Sorge, das würden sie Ihnen eh nie sagen. Und wenn tatsächlich mal was nicht optimal läuft (normalerweise ist natürlich alles super!), dann ist aber auf jeden Fall das Schlimmste schon vorbei, morgen kann’s nur besser werden, man muss zuversichtlich sein! Wenn es Ihnen hingegen mal so richtig gut geht, dann werden die anderen alles daran setzen, a) Ihnen auseinanderzusetzen, welchen Anteil sie daran haben („gut, dass ich dir damals den Tipp gegeben hab“), oder b) Sie spüren zu lassen, dass so etwas bei ihnen der Normalzustand, kaum der Rede Wert ist.

Die einen sorgen sich um ihre Freunde. Die anderen sorgen sich um sich selbst und darum, wie sie auf ihre Freunde wirken, verpacken das aber als Anteilnahme. Das macht die einen, wenn sie es irgendwann rauskriegen, verdammt sauer. Aber nutzen wir doch auch einfach mal die Gelegenheit, unser Befinden auf diese herablassende Art zu verbessern: Ganz schön arme Schweine eigentlich, oder?

Donnerstag, 28. September 2006

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt (6)

Die einen rufen einfach an. Nehmen den Hörer ab und fragen den Sachbearbeiter auf dem Amt einfach, wie das ist mit dem Bescheid. Oder den Personaler, ob die Firma Interesse hätte an einer Bewerbung von Ihnen. Rufen an, auch wenn es gar nicht nötig wäre, einfach, weil sie so gerne telefonieren.
Die anderen drücken sich drei Tage rum, suchen tausend Ausreden, und wenn sie sich dann endlich durchringen, nennen sie einen falschen Namen. Kann ich gar nicht verstehen.
Na gut, dann muss ich mal. Ich glaub, heute bin ich Frau Böllmeyer.

Dienstag, 26. September 2006

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt (5)

Die einen sprechen, wenn sie schon mal angerufen haben, nicht auf den Anrufbeantworter, weil sie "diese Dinger" nicht mögen. Weil die anderen ja nicht da sind, und es also egal ist.

Die anderen freuen sich, dass jemand angerufen hat. Und ärgern sich dann, weil der eine keine Nachricht hinterlassen hat. Schwören sich, nie mehr mit dem zu reden und ihm gleich den Hörer auf die Gabel zu hauen. Bzw. in Ermangelung einer Gabel auf den grünen Knopf zu drücken. Weil es doch unhöflich ist, einen erst neugierig zu machen und dann sitzen zu lassen.
Dann fällt den anderen wieder ein, dass sie das ja nicht machen können, weil sie nicht wissen, wer da keine Nachricht hinterlassen hat. Weil er oder sie wusste, was sie/er sagen soll.

Und der andere fragt sich mal wieder, was so schwierig daran ist, den eigenen Namen zu sagen.
Ein einfaches "der Kurt" reicht, und man freut sich, dass der Kurt angerufen hat. So macht es der andere meistens.

Donnerstag, 14. September 2006

Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt (4)

Die einen trauen sich nicht, bei alten Freunden anrufen.
Sie haben sich so lange nicht gemeldet.
Die alten Freunde sind bestimmt sauer.
Es ist so lange her, dass sie das letzte Mal angerufen haben, dass sie jetzt erst recht nicht mehr anrufen können.

Und die anderen? Denken die anderen, dass die einen bloß nicht anrufen sollen, die haben sich so lange nicht gemeldet, die Säcke, jetzt brauchen die gar nicht erst anzurufen?
Nein. Diese anderen gibt es nicht. Die, die angerufen werden sollen, trauen sich selber nicht, anzurufen. Sie sind also selber die einen.

Den anderen passiert das nicht. Sie halten regelmäßig Kontakt und labern anderen anderen ein Käsebrötchen ans Ohr. Aber das ist schön.

Also trau ich mich jetzt anzurufen.