Mittwoch, 10. September 2008
Schneller, Teilchen, schneller
Obwohl, dann ist es ja egal, weil ja alles so schnell geht. Und so viel ist haben wir nicht erlebt dann. Nie wurde ein dunkelhäutiger Mann amerikanischer Präsident, geschweige denn eine Frau. Also, natürlich wurden schon dunkelhäutige Männer Frauen, aber nicht amerikanische Präsidenten. Zumindest habe ich noch nie von einem Fall gehört, in dem ein amerikanischer Präsident eine Frau geworden wäre. Wobei man natürlich sagen muss, dass der Präsident meinen würde, er sei schon immer eine Frau gewesen, die nur in einem Männerkörper gesteckt habe, aber das war ja auch noch nie der Fall.
Naja. Heute hat der Teilchenbeschleuniger seinen Dienst aufgenommen und wird vielleicht bald schwarze Löcher produzieren, aber das kriegen wir dann vielleicht auch gar nicht mit, weil wir schon im schwarzen Loch drin sitzen. Und weil der in der Schweiz ist, wollte ich auch meinen Genf dazu geben.
Und die Menschen, die den Teilchenbeschleuniger per Eilantrag vom Europäischen Gerichtshof verbieten lassen wollten, erhalten den erstmals seit langem wieder vergebenen Initiative-des-Monats-Preises äh -Preis.
Donnerstag, 5. April 2007
Die Initiative des Monats April
Das Schöne ist nicht nur, dass sie, die größeren politischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts im wesentlichen ignorierend, weiter daran glauben, dass eine andere Herrschaftsform die Menschen irgendwie glücklicher macht. Begeistern tut mich auch nicht nur, dass ihnen egal ist, dass nicht allzu viele Menschen ihren Ideen folgen. Und ich freue mich auch nicht hauptsächlich darüber, dass sie zwar Marxisten sind, Marx' Aussagen, dass der Gesellschaftsumschwung von selber kommen wird, sobald die Zeit dafür reif ist, ignorieren.
Nein, was ich wirklich total knuffig finde, ist, dass sie sich bei all dem auch noch hoffnungslos in viele kleine Splittergruppen zerfleischen und dieses Jahr schon wieder nicht den Präsidenten oder die Präsidentin stellen werden. Denn es gibt ja nicht nur eine sozialistische Kandidatin, nicht auch nur noch einen Kommunisten, nein, auch einen trotzkistischen Kandidaten. Süß.
Montag, 5. Februar 2007
Initiative
Zum Beispiel, dass Franzosen lieber protestieren, weil da hat man was gemerkt von kollektivem Boykott. Eine Sprecherin von Eon meinte zwar, vielleicht lag es am Halbfinale, das in Deutschland war. Aber Frankreich hat doch auch am Halbfinale teilgenommen, oder? Vermutlich haben sie deswegen verloren, weil die Spieler fünf Minuten demonstrieren gegangen sind und dann natürlich auf dem Platz gefehlt haben.
Donnerstag, 1. Februar 2007
Die Initiative des Monats Februar
Fünf Minuten Pause für den Planeten
Das französische Umweltbündnis "L'Alliance pour la Planete" (http://www.lalliance.fr/) ruft alle Bürgerinnen und Bürger zu einer einfachen Aktion auf.
Schalten Sie am 1. Februar 2007 zwischen 19.55 Uhr und 20.00 Uhr alle Lichter aus und trennen Sie alle elektrischen Geräte vom Netz.
Es geht nicht darum, an diesem Tag fünf Minuten lang Strom zu sparen, sondern darum, die Bürgerinnen und Bürger, die Medien und die Entscheidungsträger auf die Energieverschwendung aufmerksam zu machen und auf die Notwendigkeit sofort zu handeln!
Fünf Minuten Pause für den Planeten - das kostet nicht viel Zeit, das kostet kein Geld, und es wird den Politikern und Politikerinnen zeigen: Der Klimawandel ist ein Thema, das die politische Debatte bestimmen muss.
Warum am 1. Februar? Am Tag darauf erscheint in Paris der neue Bericht des IPCC, der zwischenstaatlichen Klima-Expertengruppe der Vereinten Nationen.
Diese Gelegenheit muss genutzt werden, um den Blick auf die Dringlichkeit des weltweiten Klimaproblems zu lenken.
Wenn wir uns alle beteiligen, wird diese Aktion große Wirkung in den Medien und bei der Politik haben!
Wir freuen uns, wenn Sie diesen Aufruf über Ihre Verteiler, auf Ihren Internetseiten und Newslettern verbreiten.
Freitag, 5. Januar 2007
Die Initiative des Monats Januar
Auf einen achtbaren 2. Platz kam die israelische Armee mit dem Versuch, durch intensive Militäraktionen im Westjordanland die Regierungskoalition zusammenzuhalten. Hat ja wieder mal geklappt.
Montag, 18. Dezember 2006
Regel 2: Telefonie
Wer ab sofort in meiner Gegenwart das Wort Telefonie verwendet, muss sich drei Jahre lang 15mal am Tag Last Christmas anhören!
Telefonie ist kein Wort der deutschen Gegenwartssprache. Es ist die Art Wort, das sich Manager ausdenken, wenn sie sich an Menschen mit Freunden und einem richtigen Leben rächen wollen.
Eine Strafe für das Abspielen von Last Christmas habe ich mir noch nicht ausdenken können. Mein Gehirn ist für angemessene Grausamkeiten nicht geschaffen. Ich komm' aber noch drauf, keine Sorge.
(Ja, Dumbledore kommt noch, ich hab's nicht vergessen (nur gelöscht, blöderweise)).
Dienstag, 5. Dezember 2006
Die Initiative des Monats Dezember
Bisher dachte die Tante eigentlich, der Staat wären wir alle. Und wenn die Leute zu blöd zum Rechnen sind oder sich den kleinen Kick gönnen wollen, sollen wenigstens die anderen was davon haben, damit davon Straßen und Müllverbrennungsanlagen gebaut werden können.
Aber vermutlich haben die Glücksspielanbieter auch jene im Blick, die am Rand unserer Gesellschaft leben. Jene Asylsuchenden ohne Aufenthaltsgenehmigung und untergetauchten Neger, die sich schwarz hier aufhalten. Denen wollen die privaten Lottoanbieter eine Lanze brechen, damit die auch was von den Glücksspielen haben. Wie überaus ghandiesk.
Freitag, 6. Oktober 2006
Die Initiative des Monats Oktober (1)
And the winner is ...
Der SaarSpiegel (ich kann's nicht lassen), der ein unabhängiges Saarland
verficht.
Begründung: Das Reich (d.h. Restdeutschland) entscheidet mit seinen
Gesetzen fast ganz allein darüber, wie der saarländische Landesetat
verwendet wird.
Naja, würden Sie sagen, das Reich zahlt ja auch schließlich alles, doch
das zählt natürlich nicht, weil ohne das Reich wir natürlich mehr Geld
hätten. Allein die Autobahnen nach Deutschland, die bräuchte das
Saarland dann ja gar nicht mehr.
Weitere Vorschläge:
- Abschaffung der Renten-, und Krankenversicherungen
- Streichung der Mineralölsteuer
- Reduzierung des Beamtenapparats
- Abschaffung der Politiker
Das klingt doch alles sehr vernünftig. Zurück geht das alles auf die
Eigeninitiative Hans Raabs, den wir gestern schon hatten. Damit wird
endlich Schluss gemacht mit den dreisten Politikern, die uns Saarländern
nur das Geld aus der Tasche ziehen.
Auch gut, doch nicht berücksichtigt:
Die Initiative SaLu, die für einen Zusammenschluss des Saarlandes und
Luxemburg eintritt.
Vorteile: Luxemburg hat Geld und Arbeitsstellen!
Nachteile: keine
Donnerstag, 5. Oktober 2006
Die Initiative des Monats Oktober (2)
Auf Platz zwei bei der Wahl zur Initiative im Oktober landet Hans Raab. Nicht-Saarländern wird der Name nichts sagen, Saarländer wissen jedoch
aus dem Saarspiegel, den der Erfinder der HaRA - Reinigungsutensilien an alle Haushalte verteilt, dass Herr Raab seit Jahren eine Privatfehde gegen den Ministerpräsidenten führt.
Es geht dabei um Steuerforderungen, die, so Herr Raab, ungerechtfertigt waren, und nicht sachlich, sondern durch persönlichen Animositäten seitens Herrn Müllers motiviert waren. Augenscheinlich führt Herr Müller die Fehde nicht zurück, zumindest liest man nie etwas davon. So stehen im Saarspiegel, der ansonsten ein einfaches Anzeigenblatt ist, gefüllt mit Artikeln und Rubriken, in denen Herr Raab Herrn Müller Vorwürfe macht, ihn in die Insolvenz getrieben zu haben.
Offensichtlich, ohne bei Herrn Müller eine Reaktion oder gar Läuterung hervorzurufen. Deswegen ein Sympathiepunkt.
Mittwoch, 4. Oktober 2006
Die Initiative des Monats Oktober (3)
Gewinner ist ... nein. Es gab so viele schöne Kandidaten, die sollten erwähnt werden.
Auf die Plätze verwiesen wurde, obwohl mit viel Sympathien versehen, dieAktion lebendiges Deutsch. Wir sind ja immer für Menschen, die für eine verlorene Sache kämpfen.
Wichtiger fände ich allerdings, dass die Aktion sich endlich mal der Frage widmete, wie der
Singular zu "Eltern" lautet, das bis jetzt ja als Pluraletantum unterentwickelt ist. Ist es "ein Elt"? Oder "ein Elter"? Ich musste noch nie das Gegenteil von "satt" verwenden, was ja angeblich total wichtig ist. Aber ich wollte schon oft mich auf eine imaginäre Mutter oder Vater beziehen, wenn das Geschlecht nicht wichtig war, zum Beispiel, um mit anderen Elts, äh: Eltern, oder auch nur einem Elt oder Elter (sehen Sie?) Spielplatzetikette zu diskutieren.
War aber nur ein guter dritter Platz. (Spannung!)
Montag, 4. September 2006
Initiative des Monats September (2)
Vielleicht ist der politische Ansatz hier aber der falsche. Deswegen möchte ich anregen, dass der Bund deutscher Tierfreunde ein Programm zur Hunde- und Katzenpatenschaft auflegt. Damit könnte schon mit wenig Geld ein schönes Tier aus China unterstützt werden, und in speziellen Förderprogrammen jene Bildungsmöglichkeiten bekommen, die deutsche Hunde und Katzen schon lange genießen.
Eine erste Projekt-Hundeschule hat die baptistische Hundemission Neuharlingersiel schon 2003 in Nanking eingerichtet, und die Kinder werden dort hervorragend betreut. Es gibt nicht nur spezielle Trainer, es werden auch viermal im Jahr deutsche Hundepsychologen eingeflogen, die den Schülern helfen sollen, ihre traumatischen Erfahrungen besser zu verarbeiten. Über ein Austauschprogramm mit deutschen Hundeschulen wird bereits nachgedacht. Bitte spenden!
Freitag, 1. September 2006
Die Initiative des Monats September
Ich stell mir das lustig vor, wenn Angie das Herrn Hu erklärt. Wollen wir unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu China wirklich wegen Tierfellen aufs Spiel setzen? Uns sind doch schon die Lebensbedingungen chinesischer Menschen egal. Aber Hunde und Katzen sind natürlich süßer als Menschen, und deswegen auch wichtiger. Wer etwas anderes behauptet, hat kein Herz und ist ein Unmensch. Hier heißt es einzuschreiten, und wenn es gilt, entschlossen und mutig Farbe zu bekennen gegen das Unrecht in der Welt, zögern deutsche Tierfreunde keine Sekunde.
Endziel, das ist klar, muss es sein, dem Chinesen zu verbieten, Hunde und Katzen auch zu essen. Dem Schlitzi muss klar gemacht werden, dass diese Tiere anders als andere Tiere toll sind und nicht missbraucht werden dürfen. Die anderen Tiere natürlich schon – schließlich sind Hunde und Katzen nun mal Fleischfresser, so hat die Natur sie geschaffen, dafür können sie nichts, und deswegen lieben wir sie ja auch. Das würden selbstverständlich auch all die Schweine, Puten, Kälber, Hennen, Lachse einsehen, die für Hunde und Katzen tagtäglich geschlachtet werden, könnte man es ihnen erklären. Kann man aber nicht, weil: sie sind ja nicht so schlau wie Hunde oder Katzen. Deswegen ist es auch ganz egal, wie chinesische Kühe, Hennen, Ratten, Menschen ... behandelt werden.
Mehr zu diesem Thema nächste Woche.
Dienstag, 1. August 2006
Die Initiative des Monats
Monat ihre aktuelle Lieblingsinitiative vor.
Das Publikum: "Oh Gott Tante, jetzt schreibst Du wie alle anderen auch nur noch darüber, was woanders steht! Wie wär's wenn Du noch einen Link zu Google auf deine Seite baust?"
Die Tante: "Mmm. Und wenn ich nur schreibe, was ich davon halte?"
Das Publikum (skeptisch): "Zeig mal."
Nun gut.
Die Initiative des Monats August ist die Initiative der führenden Druckerhersteller gegen die Urheberrechtsabgaben auf Drucker und IT-Abgaben. Die wendet sich dagegen, dass auf Kopierer Abgaben verlangt werden, weil man damit Bücher u.ä. kopieren kann, die ja urheberrechtlich geschützt sind. Die Firmen argumentieren, dass das keiner macht.
Das ist richtig. Ich selbst habe zwar schon mindestens 20 Bücher komplett kopiert, aber ich bin auch eine große Ausnahme. Im Geschäftsleben halten Firmen solche Geräte nur für einen einzigen Zweck bereit: damit die Angestellten auf Betriebsfeieren den eigenen Hintern kopieren können. Und, da haben die Kopiererhersteller vollkommen recht: die fotomechanische Reproduktion des eigenen Hinterns muss ein freies und gesetzlich geschütztes Gut bleiben!