Vor Jahren hab ich mal einen Artikel zum Thema
Angst vor Homosexuellen geschrieben, und das meiste sehe ich eigentlich immer noch so. Bis auf die Tippfehler eben, aber ich werde hier nicht fürs
Korrekturlesen bezahlt.
(Genauer werde ich
überhaupt nicht bezahlt, also müsst Ihr das machen. Und ich muss sagen: Ihr macht das super, weiter so! Danke, ich zähl auf Euch!)
Ich komme nochmal darauf zurück, weil mir noch ein
weiterer Punkt eingefallen ist:
Kognitive Dissonanz
Wir schleppen alle ein
Weltbild mit uns rum, dass so ziemlich alles super toll erklärt und uns spitzen toll hilft, uns zurecht zu finden. Die Welt ist so, wie wir sie sehen, anders könnte das gar nicht sein.
Wenn nun allerdings etwas beobachten, dass unserem wohlgeformten und vernünftigen Weltbild
widerspricht, haben wir nur zwei Möglichkeiten:
- Wir ändern unser Weltbild. (Doof!)
- Wir verneinen die Beobachtung. (Alles wie gehabt, weiter so!)
Normalerweise bleiben wir also bei (2), weil es viel bequemer und einfacher ist.
Das geht aber nicht lange gut.
Wiederholt sich die Beobachtung häufig, rebelliert unser Gehirn gegen diese
kognitive Dissonanz: Beim ersten Mal haben wir vielleicht noch gelacht, um unsere Unsicherheit abzuschütteln. Später werden wir aber macht uns der Graben zwischen unserer Wahrnehmung und unserer Überzeugung einfach immer nur
wütend. Wir können nicht mehr bei (2) bleiben. Und diese Wut
übertragen wir auf die Menschen, die uns diese Beobachtung liefern.
Das kann nun alles sein, wie z. b.:
- Die Erde dreht sich um die Sonne.
- Es gibt keinen Gott.
- Frauen können Auto fahren.
- Ein Kind kann ein erfülltes Leben führen, wenn es ohne Mutter aufwächst.
- Frauen können Frauen küssen.
Alles Beobachtungen, die nicht in die Weltbilder mancher Menschen pass(t)en. Da die Menschen aber glauben, ihre Weltbilder seien richtig, müssen die beobachteten Menschen falsch sein. Deswegen müssen
diese Menschen weg.
In Wirklichkeit sind aber die Weltbilder falsch. Und damit meine ich:
Alle Weltbilder sind immer falsch.
Meins auch. Es stimmt vielleicht in einigen Punkten besser mit der Wirklichkeit überein als andere. Aber es wird immer nur eine Annäherung sein.