Dienstag, 22. Oktober 2013

Beim Slam: Die Familie Gei

Also, ich war ja da. Interessant, das mal mitgemacht zu haben. Gewonnen hab ich nicht, ich war schließlich auch an Startnummer 1. Und der Gewinner hatte auch mehr Lacher, bessere Bühnenpräsenz, sein Text hat besser zum Format gepasst - und das muss man dann auch einfach mal neidvoll anerkennen. Damit Ihr das beurteilen könnt, hier ein Teil meines Textes:

Die Familie Gei

Der Papagei spricht alles nach,
die selben Sätze, Tach für Tach.
Er kann nur 3 - 7 Phrasen
und sagt sie dann in allen Phasen.
"Polly möchte einen Kräcker!"
- das geht dann ganz schön auf den Wecker.
Und noch so manchen andern Scheiß,
Kram, den wirklich jeder weiß:
"Ja, das hast du fein gemacht!"
"Kuck mal, wie das Mäuschen lacht!"
Er kann echt niemal innehalten,
und ist nur mühsam auszuhalten.

Die Mamagei, die sorgt nun aber
auf andre Weise für Gelaber.
Auch das kriegt man nicht aus dem Ohr:
die Mama Gei spricht alles vor:
"Kuck, wie du den Löfel hältst!"
""Vorsicht, dass du ja nicht fällst!"
"Sag Danke!" und "Sag Guten Tag!"
So geht das Tag für Tag.
Für Tag.
Für Tag.

Das Kindergei ist meistens still,
auch denn, wen man was wissen will.
Wenn man es will, wird nichts gesagt,
es spricht nur, wenn man es nicht fragt:
"Na, wie war's denn eut beim Geigen?"
Grabesstille. Langes Schweigen.
Fragt man es "Was willst du Essen?",
hat's die Frage schon vergessen,
bevor man sie nur ausgesprochen.
So geht das manchmal über Wochen.

Doch alles, was nicht interessiert,
bekommt man siedendheiß serviert:
"Soll ich zeigen, was ich kann?"
Nein. Egal, es fängt schon an,
komisch durch den Raum zu gehen;
niemand will das wirklich sehen.
Wir tun nur so - kaum zu verstehen.

Das Babygei ist immer ruhig.
Es schläft ja auch schon durch.

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