Montag, 20. Dezember 2010

Das schlecht recherchierte Lied (aktualisiert)



Genau das, was man sich braucht, wenn man 200 km zu Fuß / auf einem Esel gereist ist und anschließend in einem Stall ein Kind geboren hat: Ein Rotzgör, das dem Baby was vortrommelt.

Hier die entsprechende Stelle aus dem Evangelium nach Matthäus:

21 Und es begab sich aber, das auch eine Gruppe von Knaben in der Nacht zum Stalle kam, in dem das Kind geboren ward. Auch sie hatten das 22 Singen der Engel gehört und waren herbei geeilt, den Messias zu schauen. Und sieh, sie hatten Geschenke gebracht, dem Gottessohn darzubringen. 23 Allein ein Junge war so arm, dass er kein Geschenk hatte. Daher hatte er seine Trommel herbeigebracht und spielte auf ihr für das Kindlein. Da erhob sich 24 Joseph in großem Zorne und rief: "Sagt mal, habt ihr den Arsch offen?? Lasst uns jetzt mal schlafen! Ihr könnt 25 morgen wiederkommen. Nicht nur, dass meine Frau hier in diesem Scheißstall ein Kind zur Welt bringen musste, jetzt kann man hier nicht mal 26 seine Ruhe. Ich fass es nicht." Und so gingen sie denn in ihre Häuser zurück und ließen Maria und Joseph mit dem Kindlein zurück, weil es im Stall so viel idyllischer war..

Freitag, 10. Dezember 2010

Das eine beste Weihnachtslied



Einige Bemerkungen.
  • Wetten sind so verbreitet in Großbritannien, dass man nicht sagt, worum man wettet, sondern eine Quote nennt.
    Got on lucky one,
    came in 18 to 1.
    Das ist als Kompliment schwer zu übersetzen.
  • Das ist gar kein Chor, weil es den NYPD Choir gar nicht gibt.
  • Ja, das ist Matt Dillon.
  • Anscheinend kann man was gegen das (hier vorgeführte) evolutionäre Programm tun, dass dafür sorgt, dass man den Partner irgendwann nicht mehr so toll findet und die Gene anderweitig mischt. Wenn man nicht irgendwelche neuen Beziehungsformen ausprobieren will. Klingt allerdings auch nicht aufregend.
  • Das Lied war nicht Nr. 1 in den Weihnachtscharts, sondern nur Nr. 2. In Großbritannien sind die Weihnachtscharts ein Riesending, hier interessiert das keine Sau.
  • Sie singen Happy Christmas. Briten halt.
  • Happy Christmas your Arse. Fröhliche Weihnachten am Arsch. Das kann man dann übersetzen.

Montag, 6. Dezember 2010

Das Freitagslied, jetzt montags

Gute Weihnachtslieder sind ungefähr so selten wie schöne flache Steine an Ufern von ruhigen Gewässern, aber das hier ist eins.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Ein neuer Vorschlag zu Stuttgart21

Eine neue Bürgerbewegung aus Freiburg macht sich stark für den Plan, den Umbau zu stoppen und die neue Bahntrasse komplett an Stuttgart vorbeizulegen. "Zu diesen Sauschwaben will doch eh kein Mensch fahren", so Peter Sommerhalter, Sprecher der Initiative S00. "Nicht nur wäre es damit für Schwaben erheblich erschwert, dem Rest der Republik auf den Sack zu gehen, wir würden auch wahnsinnig viel Geld sparen."

Jetzt kommt ein Karton

Dienstag, 30. November 2010

Jetzt kommt ein Karton

Die Zeichnung ist vom extrem talentierten Onkel Buxbaum. Vielen Dank dafür.

Jüngst überlegte sich die Tante, dass diese Privatsender doch mal so eine Auswanderersendung machen könnten - nur eben, dass Leute nach Deutschland auswandern. Machen sie ja aber nicht (also sowohl die Privatsender so eine Sendung wie auch die Leute auswandern, zumindest immer seltener). Dafür gibt es jetzt sowas bei ZDF Neo, anscheinend heute Abend um 19.30 Uhr. Mal schauen.

Freitag, 26. November 2010

Das gut recherchierte Lied

Das hier ist schon fast 2 Monate alt, aber man kommt ja zu nix:

Letztes Wochenende war die Tante ja mal wieder aus. Und zwar auf einem verschwenderisch guten Konzert von Leonard Cohen, weil die Tante wissen wollte, wie das ist.

Für alle, die das auch mal wissen wollten, sich das aber nicht leisten konnten oder zu spät davon gehört haben: so ist das:
  • Man sitzt auf Stühlen. Das ist auch gut so, denn der Mann ist zwar 75, spielt aber - mit Pause zwischendrin - 3 Stunden und 15 Minuten.
  • Wenn man 75 braucht man keine große Bühnenshow mehr (nicht, dass er die je gehabt hätte). Leonard Cohen strahlt einfach so aus: so gut wie keine Ansagen, manchmal geht er zu einem der Musiker hin und kuckt / hört den an, während er singt. Und singen kann er halt. Die Stimme ist mit den Jahren.
  • Höhepunkte sind: Er kniet am Anfang fast jeden Lieds. Das hat aber nichts damit zu tun, dass unten auf dem Boden der Spickzettel versteckt ist. Bei So long, Marianne kam er trotzdem raus. Das muss man sich mal vorstellen: jeder im Publikum kann's auswendig, aber er vergisst nach über 40 Jahren den Text. Glücklicherweise vor der Textzeile "You make me forget so very much", dann haben alle was zu lachen.
  • Beim Rausgehen tanzt er ein bisschen.
  • Es ist nicht zu laut. Das kann man nicht genug loben.
  • Sehr gute, viele, aber auch sehr kurze Soli. Kann man auch nicht genug loben.
  • Die Restauration ist von Feinkost Käfer. Es gibt leckere Mayonnaise (leckere Mayonnaise gibt es in Deutschland eigentlich nie - kann man auch nicht genug loben).
  • Es ist nicht zu laut.
  • Das Publikum hält meistens die Klappe - zwar könnten bestimmt alle fast alles mitsingen, aber die Musiker sind wirklich so gut, dass man lieber zuhört.
  • Die Arrangements sind mit den Jahren viel stimmiger geworden - die ursprüngliche Version von First we take Manhattan war grauslich, und Coverversionen z.B. von R.E.M. waren um Längen besser. Die jetzige ist tatsächlich die beste Version. Obwohl alles noch ein bisschen mit Soße überzogen ist. Nie spielt er alleine, um das Stück intimer werden zu lassen. Anscheinend mag er das so. Darf er ruhig.
  • Trotz allem kommt nie Gänsehaut auf, vielleicht auch, weil man nie genau weiß, worum es in den Liedern geht, wer I, You und We (die es tatsächlich fast in jedem Lied alle vorkommen).
  • Fast alles ist genau so wie auf dem Livealbum von 2008 - die gleichen Witze, die gleichen Ansagen, der gleiche Ablauf, fast die gleichen Stücke. Es ist eine perfekt durchkomponierte und durchgeprobte Show. Wenn man das Livealbum gut kennt, ist das etwas enttäuschend. Aber trotzdem gut. Aber eben keine Gänsehaut.
À propos durchkomponiert.



klingt ja im Refrain schon ähnlich wie:



Cohen war aber ein paar Jahre früher dran, und hat auch einen Urheberrechtstreit gegen Sayer geführt. (Aber anscheinend gibt es das Thema auch schon bei Schubert, da wär' ich ja mal interessiert, wie das bei dem klingt). Die Version von Leo Sayer (die er nicht selbst geschrieben hat) hat als fünften Akkord nach dem C G a G nicht das (der Tonart fremde) E wie bei Cohen, sondern löst nach C auf. Der Trick, die Tonfolge e1 d1 c1 h0 nicht auf dem h0 enden zu lassen, sondern mit "away-ay-ay" über a0 auf g0 zu landen, was ja super in einem C-Dur drin liegt. (Hallo Maria im Übrigen!)(Sagt hallo zu Maria, wahrscheinlich hat das außer ihr eh keiner verstanden.) Bei Cohen bricht der Refrain beinahe verzagt / verzweifelt / todtraurig / melancholisch ab, bei Sayer kann man freudig / todtraurig / melancholisch mitschmettern. Spaß mit Akkordfolgen.