Die einen sind Nachtmenschen, die anderen sind Tagmenschen. Die einen klagen oft, dass sie diskrimiert werden und als faul und langsam diffamiert werden, wobei doch einzig und allein ihr Biorhythmus Schuld an der Sache ist. Eine Runde Bedauern.
Worüber aber niemand redet ist, wie die anderen diffamiert werden. Die sind nämlich langweilige Spaßbremsen, die viel zu früh nach Hause gehen, nicht noch ein Bier mittrinken und nicht bis sechs Uhr auf jeder Party rumsitzen, weil sie darauf hoffen, dass noch irgendwas passiert. Sie wollen einfach nur ins Bett. Wie lahm.
Jahrelang habe ich mich immer gefragt, was die Leute an Partys denn so toll finden und was das alles "soll" - die Leute könnten doch auch nett sich nachmittags zum Kaffee treffen und dann abends zeitig ins Bett gehen. Ich habe einfach nicht verstanden, warum die Leute lange aufbleiben und ausgelassen feiern. (Nebenbei ist "feiern" intransitiv geworden und hat sein Akkusativobjekt eingebüßt, ist das schon mal wem aufgefallen? "Feiern" braucht heute keinen Gegenstand oder Anlass, man "feiert" einfach - vielleicht auch nur sich selbst.) (Wer Lust hat, kann sich selber daraus kostengünstig zu Hause eine geschmackvolle Kulturkritik für die FAZ basteln.)
Ich habe den Sinn des abends ausgehen und "Party machen" einfach nicht verstanden. Heute weiß ich: die Leute haben einen anderen Biorhythmus.
Mittwoch, 23. Mai 2007
Es gibt zwei Sorten von Menschen auf der Welt
Dienstag, 15. Mai 2007
Somewhere, behind the mooon
Manchmal bin ich doch wieder beruhigt, wie wenig ich von der Welt da draußen mitkriege. Der Eurovision Song Contest war ja schon am Samstag! Und nur weil heute eine Bildzeitung im Büro lag hab ich überhaupt davon mitbekommen.
Dabei hat mein Chef die wohl schon am Samstag aus dem Automaten geklaut, und ich habe sie erst heute bemerkt. (Sehr wahrscheinlich, bedenkt man die Tatsache, dass es eine Ausgabe vom Samstag war).
Nun gut, stimmt aber trotzdem alles. Serbien hat anscheinend gewonnen. Vielleicht interessiert das ja wen, glaube ich aber nicht.
Zu Grand Prix habe ich sonst noch die Erinnerung, dass ich einmal an einem richtigen Grand Prix Abend teilnahm, in Berlin, mit Drag Queen auf der Bühne und Gewinnspiel. Und was soll ich sagen: es war sehr langweilig.
Dabei hat mein Chef die wohl schon am Samstag aus dem Automaten geklaut, und ich habe sie erst heute bemerkt. (Sehr wahrscheinlich, bedenkt man die Tatsache, dass es eine Ausgabe vom Samstag war).
Nun gut, stimmt aber trotzdem alles. Serbien hat anscheinend gewonnen. Vielleicht interessiert das ja wen, glaube ich aber nicht.
Zu Grand Prix habe ich sonst noch die Erinnerung, dass ich einmal an einem richtigen Grand Prix Abend teilnahm, in Berlin, mit Drag Queen auf der Bühne und Gewinnspiel. Und was soll ich sagen: es war sehr langweilig.
Bild sprach mit dem lebenden Dalai Lama
"Bild ehrt den Dalai Lama!" las ich gestern beim Bäcker. Das halte ich für a priori falsch, das ist ja schon rein begrifflich nicht möglich - wie sollte von BILD Ehre ausgehen. Aber egal.
Heute ist wieder Grand Prix, wieder eine Gelegenheit, zu begutachten, wie Altes untergeht und Neues entsteht. Rührend, wie in den Berichterstattungen die Fernsehtunten und anderen berufsmäßigen Grand-Prix-Fans immer noch an der Meinung festhalten, alle-alle-alle betrachten diese Veranstaltung so wie sie, mit Respekt für die Vergangenheit, mit dem Bewusstsein, dass es von Bedeutung für heute Abend ist, wer 1973 für Schweden gesungen hat.
Dabei sind in den letzten Jahren ca. 34 neue Länder hinzugekommen, denen das vollkommen wurscht ist und die sich konsequenterweise deswegen einfach selber wählen:
Und deswegen wird Deutschland auch heuer wieder nicht gewinnen. Deutschland ist nämlich auch sonst immer überall weit vorne, da brauchen wir nicht noch einen Grand Prix Sieg als Ersatz für fehlende Industrieexporte oder Weltmeisterschaften. Das gönnt uns keiner - nur dann, wenn wir behaupten, wir sind gar nicht so, und ein kleines Mädchen in weißem Kleid mit Gitarre hinstellen, dass auch nur ein bißchen Frieden will, nicht mehr.
Sonst nicht. Sonst gewinnt wieder der, der am meisten Fez macht. Auf die Qualität der Darbietung oder gar der Musik komm es nicht an. Haut oder Totenkopfmasken, das sind die Erfolgsrezepte.
Heute ist wieder Grand Prix, wieder eine Gelegenheit, zu begutachten, wie Altes untergeht und Neues entsteht. Rührend, wie in den Berichterstattungen die Fernsehtunten und anderen berufsmäßigen Grand-Prix-Fans immer noch an der Meinung festhalten, alle-alle-alle betrachten diese Veranstaltung so wie sie, mit Respekt für die Vergangenheit, mit dem Bewusstsein, dass es von Bedeutung für heute Abend ist, wer 1973 für Schweden gesungen hat.
Dabei sind in den letzten Jahren ca. 34 neue Länder hinzugekommen, denen das vollkommen wurscht ist und die sich konsequenterweise deswegen einfach selber wählen:
- die Esten die Letten,
- die Bosnier die Serben (komisch genug),
- die Deutschen die Türken.
Und deswegen wird Deutschland auch heuer wieder nicht gewinnen. Deutschland ist nämlich auch sonst immer überall weit vorne, da brauchen wir nicht noch einen Grand Prix Sieg als Ersatz für fehlende Industrieexporte oder Weltmeisterschaften. Das gönnt uns keiner - nur dann, wenn wir behaupten, wir sind gar nicht so, und ein kleines Mädchen in weißem Kleid mit Gitarre hinstellen, dass auch nur ein bißchen Frieden will, nicht mehr.
Sonst nicht. Sonst gewinnt wieder der, der am meisten Fez macht. Auf die Qualität der Darbietung oder gar der Musik komm es nicht an. Haut oder Totenkopfmasken, das sind die Erfolgsrezepte.
Freitag, 27. April 2007
Wann wird es endlich wieder Frühling
Ein beliebtes Missverständnis ist ja, dass es toll sei, dass es ab März endlich wieder wärmer wird. Das ist falsch, es ist gut, dass es endlich wieder heller wird.
Ein ähnlicher Irrtum liegt übrigens vor, bei der Annahme, das Hasen so viele Möhren essen, weil das gut für sie ist oder es ihnen schmeckt. Hasen bekommen nur deswegen so viele Möhren zu essen, weil kleine Kinder Möhren gut durch den Zaun stecken können.
Aber zurück zum Frühling. Dass um Helligkeit, nicht um Wärme geht, fiel mir so richtig erst dieses Jahr auf - ständig diese halbnackten Menschen, Paarungsbereitschaft signalisierend, die ich alle gar nicht signalisiert bekommen möchte, vielen Dank auch, ich bin schließlich verheiratet. Und man kann die Hundehaufen in unserer Straße jetzt auch riechen, nicht nur sehen. Sehr schön.
Das bringt uns alles zu Angela Merkel (naja, nicht direkt eigentlich). Da wurde mir bei Struckis Forderung, sie soll mal sagen, was sie will, klar, wie Angie Kanzlerin wurde. Sie ist nicht so weit gekommen, obwohl sie nie Position bezieht und nicht sagt, was sie will. Sondern genau deswegen - sie hält sich alle Optionen offen, muss sich nicht festlegen und wartet schön ab, bis alle sich die Köppe eingeschlagen haben und sie noch unverbraucht in die Debatte einsteigen und hinter den Kulissen alles klar machen kann.
Ein ähnlicher Irrtum liegt übrigens vor, bei der Annahme, das Hasen so viele Möhren essen, weil das gut für sie ist oder es ihnen schmeckt. Hasen bekommen nur deswegen so viele Möhren zu essen, weil kleine Kinder Möhren gut durch den Zaun stecken können.
Aber zurück zum Frühling. Dass um Helligkeit, nicht um Wärme geht, fiel mir so richtig erst dieses Jahr auf - ständig diese halbnackten Menschen, Paarungsbereitschaft signalisierend, die ich alle gar nicht signalisiert bekommen möchte, vielen Dank auch, ich bin schließlich verheiratet. Und man kann die Hundehaufen in unserer Straße jetzt auch riechen, nicht nur sehen. Sehr schön.
Das bringt uns alles zu Angela Merkel (naja, nicht direkt eigentlich). Da wurde mir bei Struckis Forderung, sie soll mal sagen, was sie will, klar, wie Angie Kanzlerin wurde. Sie ist nicht so weit gekommen, obwohl sie nie Position bezieht und nicht sagt, was sie will. Sondern genau deswegen - sie hält sich alle Optionen offen, muss sich nicht festlegen und wartet schön ab, bis alle sich die Köppe eingeschlagen haben und sie noch unverbraucht in die Debatte einsteigen und hinter den Kulissen alles klar machen kann.
Freitag, 20. April 2007
keine Werbung mehr
Ja, ist weg. War ein Experiment, reicht jetzt aber. Kann jetzt sagen, dass mit diesen Anzeigen kein Mensch Geld verdient. Außer Google natürlich.
Und wer aufmerksam war, konnte am Freitag ganz kurz sehen, wie ich verzweifelt den Seitenstreifen wieder zurechtgefriemelt habe.
Und wer aufmerksam war, konnte am Freitag ganz kurz sehen, wie ich verzweifelt den Seitenstreifen wieder zurechtgefriemelt habe.
15.550 Mitglieder online
In dem ganz ganz tollen Internetportal Xing gibt es immer so ein Feld, wie viele Leute gerade eingeloggt sind. Ich selbst bin seit ca. 10 Monaten da drin, und immer wenn ich nachsehe, sind zwischen 14.000 und 15.570 Mitglieder online. Das ändert sich nie. Ist euch das auch schon aufgefallen? Auch wenn man die Seite neu lädt, ändert sich nix.
Das liegt aber nicht daran, dass die da irgendeine Zahl hinschreiben. Nein, in Wirklichkeit nutzen das Portal nur ca. 200 Leute - die anderen haben sich einmal angemeldet und vergessen, sich wieder abzumelden. So einfach ist das.
Das liegt aber nicht daran, dass die da irgendeine Zahl hinschreiben. Nein, in Wirklichkeit nutzen das Portal nur ca. 200 Leute - die anderen haben sich einmal angemeldet und vergessen, sich wieder abzumelden. So einfach ist das.
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