Montag, 12. Juni 2006

4:2

Mein Lieblingdialog vom Wochenende:
Autofahrer (euphorisch): „Huup huup huphuphuup huphup huup huup Deutschland!“
Passant (konsterniert): „Hallo! Vorrunde!“

Und unser Philippsche finden wir natürlich schon deswegen ganz super, weil er mit langen Ärmeln gespielt hat. Und die Argentinier beschweren sich, dass es zu heiß sei. Ha! Anfänger.

Freitag, 9. Juni 2006

Öffentliches Sehen Anhänger Party

So sehr sich die Tante letztes Jahr gefreut hat, dass es endlich, endlich los geht ... so sehr hat sie jetzt schon keine Lust mehr auf die WM. Aber in 4 Wochen ist ja alles vorbei, die deutsche Wirtschaft gerettet, der Aufschwung da und alle waren total nett und freundlich und überhaupt nicht mehr miesepetrig und dürfen jetzt aber endlich wieder anfangen zu nörgeln (Vorschläge für Themen: Das schlechte Abschneiden. Die schrecklichen Fans. Franz Beckenbauer (passt immer)).

Ich jedenfalls finde auch jetzt schon gut, dass in Saarbrücken ein "Public Viewing Fan Fest" gibt, wo man sich die Spiele ankucken tut. Da geh ich, glaube ich, lieber nicht hin.

Tipp: Deutschland gewinnt 2:1

Donnerstag, 8. Juni 2006

Backofenkartoffeln

Namne

Na gut, wir schreiben hier von "Rezepten", also müssen wir mal auch Rezepte liefern. Also: Die Kartoffeln (300-400 g/Person) der Länge nach sternförmig vierteilen, oder sechsteilen oder achtteilen. Das ist am Anfang nicht sonderlich elegant, aber Sie werden das schon schaffen. Schmeckt auch unelegant. Die Schnitze sollten ungefähr im Durchmesser 2 cm dick sein (naja gut, das sind keine Kreise, sondern bestenfalls Kreissegmente, aber ich hab ja schließlich nicht Mathematik studiert). Alles zusammen in eine Schüssel geben, in die das genau reinpasst. Anschließend in eine neue Schüssel geben, die größer ist. (Der letzte Schritt ist nicht unbedingt notwendig, irgendwie mach ich das aber immer. Gehört also irgendwie dazu.) Öl drüber und salzen. Besser: Salz drüber und ölen.

Beim Salzen gibt es eine einfache Vorschrift: nach Gefühl, und dann noch mal doppelt so viel. Nach dem Backen beim Verzehr dann ordentlich nachsalzen. Anschließend die Schnitze auf das Backpapier auf dem Rost (den Sie nicht zuvor zugeschnitten haben und jetzt mit Ihren öligen Fingern daran rumfingern müssen, wenn sie das nicht wollen, schreien sie ihren Mann an). Die Schale nach unten. In den Ofen, warten. Ungefähr 200 Grad. Gut sind die Kartoffeln, wenn sie sich ein wenig aufblähen. Lecker sind sie, wenn sie braun sind (dann blähen möglicher Weise Sie sich auf). Schnell rausnehmen. Reinbeißen. Ganz schnell wieder ausspucken, weil sie ja noch heiß sind. Wasser trinken.

Zu Soße und Salat servieren. Zu der Soße kommen wir später.

Mittwoch, 7. Juni 2006

Das Tante Jensen Warenlexikon

Heute: Das Stapelbett von Rolf Heide

Zu kaufen gibt es diesen "konstruktiven Geniestreich" u. a. bei Manufactum
Die Genialität des Designs erweist sich erst dem Benutzer und lässt sich erahnen, wenn wir des Bettes Spitznamen kennen: "die Rache des Schwiegervaters". Das Bett ist bequem, praktisch, leicht stapelbar, einfach aufzubauen. Und es sieht vollkommen harmlos aus und eignet sich somit hervorragend für Gästezimmer.
Es hat nämlich darüber hinaus den entscheidenden Kniff, dass die Umrandung an den Ecken abgeflacht ist und nicht dort, wo man sich spät abends, wenn man das erste mal in das Gästebett steigt, sich brutalstmöglich die Schienbeine anstößt: in der Mitte. Tut höllisch weh, wirkt garantiert, und Ihre Gäste können Sie noch nicht mal irgendeiner Bosheit verdächtigen. Kaufen.

(da war mal ein Bild, aber wegen der Rechte und so... einfach hier kucken)

Dienstag, 6. Juni 2006

ja, ja, auch wir haben WM

Ab jetzt werden auch wir bei Tante Jensen uns nicht mehr dem Zeitgeist widersetzen und ganzganz viel WM-Informationen bringen. Vorher wollen wir aber noch mal den Sebastan Schweinsteiger loben. Der hat nämlich vorbildlich Einsatz gezeigt und im Spiel gegen die Japsen denen erstmal gezeigt, was internationale Härte ist. Konsequent und dynamisch hat er einen Schlitzi umgesäbelt und erstmal wieder nach Hause geschickt, haha! Für den ist die WM gelaufen! Jetzt wissen die, dass sie sich nochmal unterstehen sollen und auf einem Freundschaftsspiel bestehen, das wo der Klinsmann Jürgen nicht mehr will.
Du bist Deutschland. Du bist Schweini. Du bist ein Arschloch.

Freitag, 2. Juni 2006

Kilometer bolzen

Auch heute Morgen wieder mit dem Rad am Fluss entlang zur Arbeit gefahren, was zusammen mit dem Rückweg fast der beste Teil am Tag ist. Fast niemand ist unterwegs, die Enten sind auch noch nicht wach, und nur ein paar Krähen und Tauben schrecke ich auf. Die Krähen fliegen meist in meiner Fahrtrichtung davon, und ich kann sie ein paar Sekunden im Flug genau beobachten, weil so eine Krähe ja auch nicht sooo schnell fliegt, ich schätze mal so 30-40 km/h, da kann ich mit meinem alten Rennrad mit Schaltung unter der Stange einigermaßen mithalten. Schließlich komme ich da ja langsam ins Training, die Muskeln werden straffer, der Hintern knackiger und die Beine sehniger, was insgesamt den bescheuerten Nachteil hat, dass der angenehmste Teil des Tages immer kürzer wird. Bald fang ich an zu joggen. Scheiß Rad.

Donnerstag, 1. Juni 2006

Die Raucherinnen vom Esoterikverlag

Gegenüber von unserer Wohnung hat ein Esoterikverlag sein Zentrum. Und immer, wenn ich aus dem Fenster sehe, steht da eine Frau aus dem Verlagshaus und raucht. Wäre es ein Erotikverlag könnte ich das ja noch verstehen, aber vielleicht sind die Grenzen da auch fließend und „Die weibliche Kraft“ ist in Wirklichkeit irgendwelcher Schweinkram und gar nix Emanzipatives, wie ich immer dachte. Aber man würde doch denken, dass die ein Werk wie „Natürlich rauchfrei durch die Kraft der Steine“ oder „Endlich Schluss mit Zigaretten auf dem Weg der Kelten“ im Programm haben. Sie kommen aber gar nicht dazu, es zu lesen, weil sie so viel arbeiten müssen. Ganz ganz viel arbeiten.

Oder weil sie so viel rauchen. Ganz ganz viel rauchen. Um vom Arbeiten zu entspannen. Und wenn sie dann ganzganz viel geraucht haben, können sie wieder ganzganz viel arbeiten. Und kommen nicht zum Lesen. Es ist ein Teufelskreis.

Vielleicht gibt es das Buch aber auch gar nicht. Dann könnte ich das ja schreiben. Ernstmeinende Verlage schreiben an
Die Tante Jensen