Mittwoch, 30. Januar 2008

Nachtrag nach der Mittagspause

Und chinesisches Essen zählt auch dazu. Einfach alles paniert und mit Reis dabei. Gut ist es übrigens, wenn man chinesisch kann. Dann weiß man, dass die Leuchtreklame nicht "Zum Goldenen Drachen " verkündet, sondern "sehr teures chinesisches Restaurant". Das ist lustig.

Wieder was gelernt

Hin und wieder werde ich gefragt, was es denn so Neues gebe und wie es uns gehe. Ich weiß dann nie, was ich sagen soll. Nicht, dass es sich dabei um als "geheim" eingestufte Informationen handelte, es ist eher so, dass mein Gehirn im Moment nur ein lautes "Duuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuud" in einer Frequenz von 440 Hertz von sich gibt. Man könnte also sagen, ich sei etwas gestresst.

Immerhin habe ich gelernt, dass es Dinge gibt, die ich nicht mag. Gut, das ist vielleicht nicht aufsehenerregend, aber ich finde faszinierend, wie lange ich manchmal brauche, um die simpelsten induktiven Schlüsse zu ziehen.

Zum Beispiel dachte ich lange, Jack Nicholson wär ein guter Schauspieler und mir gefiele jetzt nur "About Schmitt", "As Good as it Gets" oder "Einer flog über's Kuckucksnest" nicht. Bis die Tante Frieda mir erklärte, das liege daran, dass ich Jack Nicholson nicht mag. Da hat sie mal Recht. Immer nur das selbe fiese Ich bin Jack Nicholson und grinse mein fieses ich bin Jack Nicholson Grinsen das mein Markenzeichen ist-Grinsen. Egal, worum es geht, da grinst immer nur Jack Nicholson.

Genau so ging es mir mit grünem Pesto. Und beinahe auch mit Franz Ferdinand. Alles total hochgelobt, dass man gar nicht mehr wusste, wie man vorher überhaupt ohne leben konnte, aber ich fand nicht ein Gericht / Lied, wo mir das mal geschmeckt hätte.

Nicht jedoch mit Bio-Schokolade. Ich versuche es immer wieder, und dieses Jahr hatten wir auch einen Bioschokoladen-Adventskalender. Aber das können se nicht. Süß und bio, das geht nicht zusammen. Das liegt daran, dass die Hersteller auch Vollmilchschokolade oder Pralinen immer noch, um sicherzugehen, mit einem winzigen Hauch hundertprozentigem Dinkelvollkornmehl verfeinern.

Und New Kids on the Block machen eine Wiedervereinigung. Dann haben wir glaub' ich alle durch. Bald kommt bestimmt die Wiedervereinigung des ersten Big-Brother-Containers. Nur David Hasselhoff hat sich noch nicht wiedervereinigt, aber da arbeiten seine Ärzte ja dran.

Freitag, 4. Januar 2008

Älter werden

Wie Ihr auch hab ich immer gehofft, irgendwann wäre ich erwachsen und wüsste über alles Bescheid. Doch dem ist nicht so. Dabei bin ich doch jetzt der Papa, und der Papa weiß doch immer alles.

Aktuelle Themen, bei denen ich nicht durchsteige, sind u. a. :
  • Die Tarifstruktur der Telekom (alias t-com alias DTAG) und die Technik eines DSL-Anschlusses
  • Mein Bausparvertrag und die Sparerfreibeträge (ja, ich hab es bis spätestens 31.12.2007 abgeschickt)
  • Meine Krankenversicherung
Ich muss ehrlich zugegeben, dass ich irgendwann dazu übergegangen bin, einfach Verträge abzuschließen und zu warten, ob was kaputt geht. Bis jetzt hat das funktioniert. Nur hab ich heute festgestellt, dass ich Anfang letzten Jahres doch nicht krankenversichert war. Allerdings auch nicht schwer krank. Jetzt sind wir alle auf die Nachforderungen gespannt.

Andere Sachen lösen sich jedoch auf, wenn man irgendwann erwachsen wird und Kinder hat. So hab ich jetzt durch meine Tochter gelernt, wie das ist mit dem Weihnachtsmann, dem Nikolaus und dem Christkind.

Eigentlich ganz einfach: Der Weihnachtsmann ist der Papa vom Christkind. Und der Nikolaus ist die Mama.

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Donnerstag, 3. Januar 2008

Bürgerin Tante Jensen

Dieses Sylvester hab ich mir endlich einen lang gehegten Wunsch erfüllt uns etwas komplett ausgeflipptes gemacht. Ich bin um 23 Uhr ins Bett gegangen! Endlich bin ich so weit, dass ich das kann - ich muss niemandem mehr beweisen, wie wild und locker ich bin und ich muss nicht mehr hoffen, dass am Ende der Nacht das tolle Erlebnis, Rausch oder Sex auf mich wartet. Ich bin bourgeois. Das rockt wie die Sau.
Ein Ausweis dieses Coole-Sau-seins meinerseits ist ja auch, dass ich noch in Berlin wohne. Ja, ich bin sogar schon vor Jahren aus Berlin weggezogen, während immer noch welche da hin zu müssen meinen in diese permeierte Klassenfahrt. Nee, nee, ohne mich. Beleidigen lassen kann ich mich auch wo anders. Freund Timo musste ja beinahe mal weinen, als er im Bus mal nicht angeraunzt wurde. Und hier in Saarbrücken kostet Hundekot auf der Straße jetzt Geld.
Hier in Saarbrücken fing das neue Jahr dann aber auch nicht mit Ausschlafen an, wie mir das mein Biorhythmus eigentlich empfohlen hatte, sondern mit Norovirus: die Tochter hat pünktlich um 1 Uhr angefangen, die Betten vollzubrechen. Und das schönste ist: keine Sau ist an Sylvester zu Hause und der Wäschekeller ist schön leer. Das Leben kann so schön sein.

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Morgen kommt der Hoffmann

Mein aktueller Ohrwurm:

Morgen kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinen Gaben:
Amsel, Drossel, Fink und Star,
und die ganze Vogelschar
wünschen dir ein frohes Jahr,
lauter Heil und Segen.

Interessanterweise besteht das deutsche Liedgut ja - um Lizenzrechte zu sparen - aus nicht mehr als drei Melodien, die auf andere Texte gepappt werden. Es kennt auch niemand den Text von Morgen kommt der Weihnachtsmann, den ich kenne. Dabei ist er doch vom Nationaldichter Hofmann von Fallersleben!

Aber so richtig schlecht. Ich möchte kein Panthertier haben, nein danke. Und wenn man so nachdenkt, dann ist die Nationalhymne ja auch sooo dolle auch nicht, wenn von 3 Strophen nur eine vorzeigbar ist.

Beliebte Missverständnisse

Ich falle jedes Jahr wieder drauf rein. Immer im Advent freue ich mich wie ein Honigkuchenpferd auf die Weihnachtsbäckerei. In meiner Vorstellung ist das der Inbegriff von Heimeligkeit und Harmonie - das gemeinsame Backen mit der ganzen Familie, die warmen Plätzchen, frisch aus dem Ofen, der Adventstee mit Adventskranz direkt danach.

Nun, dieses Jahr wollt ich dem Kind das selbst bieten, und siehe da: Weihnachtsbäckerei war früher schöner. Letztlich ist es wie bei erotischem Bildmaterial - unbedarft denkt man "ach, das kann ja ganz nett und anregend sein". Doch dann sieht man die Herrschaften bei der Arbeit, viel detailreicher als das einer gesunden Verdauung förderlich ist und möchte Ihnen zurufen: "Haltet ein in Eurem Tun! Lasst ab voneinander! Lest doch mal wieder ein gutes Buch und vor allem: Gehet hin und zieht euch was Anständiges an!" Allein, sie hören nicht, weil Ihre Ohren von Erotischebilderuntermalungsmusik verklebt sind.

Nun, da kann man ja wenigstens ausschalten. Nun sitz ich aber beim Backen, das Kind "iss sson groß" und "kann dass son alleine", lässt sich nicht helfen, unsereins hat natürlich Rückenschmerzen wie ein Bratscher, alles klebt und brennt natürlich auch an. Am Ende rennt notwedigerweise das Kind schreiend raus, die Plätzchen sehen trotzdem vermurkst aus ("ich schneid' das hier ab").

Weihnachten war früher hauptsächlich deshalb schöner, weil man aufhören konnte, wenn man keine Lust mehr hatte und Mutter den ganzen Stress an der Backe hatte. Und man hatte einfach noch keine Rückenschmerzen.

Donnerstag, 8. November 2007

Was man alles nicht mehr kann

Es gibt einige Dinge, die einem plötzlich nicht mehr vergönnt sind, wenn man ein Kind bekommt. Häufig Bloggen zum Beispiel. Viel und lange abends Ausgehen wird auch häufig genannt. Oder den Tatort sehen, selbst wenn das Kind schläft, weil es um tote Kinder geht (das geht überhaupt nicht). Auch auf dem Sofa liegen ist einfach nicht mehr drin.

Das heißt, natürlich kann man sich hinlegen, und ein wenig in die Luft starren, aber das geht nicht lange gut. Schnell kommt der Nachwuchs angewackelt.

- Was machst du da?
- Och, ich lieg hier nur so ein bißchen.
- Komm mal mit, wir müssen mal e-ben einkaufen gehen. Du trägst das da.

"Das da" sind 3 Puzzleteile, eine leere Tasse, ein Kuscheltier, zwei Bücher, die Kappe von einem Nasenspray und ein Legostein (grün). "Das da" muss überall hin mit.

- Du trägst das da und ich schieb den Puppenwagen.
- Umpf. Ok.
- So, hier lang. Bleib mal da. Ich muss mal eben schnell arbeiten gehen. Gib mir mal das da. So. Tschüs.

Ich nehme nie meine Puzzleteilesammlung mit auf die Arbeit. Ich komm auch nie nach einer halben Minute schon wieder zurück. Irgendwas mach ich falsch.

- Bist du traurig, weil ich auf die Arbeit muss?
- Äh, ja. Bleib bitte hier.
- Das geht aber nicht, weil ich auf die Arbeit muss. Tschüs.
- Schade.

So ist das. Eine andere Sache, die man nicht mehr kann, ist "etwas wieder finden". Das geht einfach nicht.

- Was ist das da?
- Das ist ein USB-Stick, den brauch die Mama ganz dringend, weil ...
- Gib mal, ich muss mal e-ben gucken, was das ist.
- Ok, aber pass gut auf.

Sicherheitshalber passt man dann noch selber mit auf, aber wie genau man dem Kind auch auf die Finger kuckt, irgendwann ist es verschwunden mit einer Geschwindigkeit, die David Copperfield vor Neid erblassen ließe (wenn er nicht gerade anderes zu tun hätte).
Bloß bringt Herr Copperfield das dann auch irgendwann wieder zurück. Aber unser Kind? Nix, nada. Neulich haben wir 13 Tage lang den Toilettenrollenhalter gesucht, den das Kind mal e-ben haben musste, zum Pizza backen.

Helmut Kohl hat deswegen schon vorgeschlagen, diese einmalige Fähigkeit von Kindern nutzbar zu machen, um Atommüll sicher zu entsorgen. Man steckt einfach mehrere Zweijährige in Strahlenschutzanzüge:

- Das hier ist gaanz wichtig, das braucht der Onkel Bundeskanzler ganz dringend und ihr müsst gut drauf aufpassen.
- Gib mir das mal, ich muss mal e-ben kucken, wie das geht.

Und weg ist das Zeug für immer.
Feldversuche bei Düsseldorf sind auch positiv verlaufen. Das Projekt ist dann irgendwann gescheitert. Man konnte die Strahlenschutzanzüge nicht mehr finden.